Leitbild

Das Ostfriesische Landwirtschaftsmuseum Campen – ein ganzheitliches Konzept

Getreu unseres Namens verstehen wird uns als Sammler, Bewahrer, Erforscher und Vermittler der ländlichen und landwirtschaftlichen Geschichte Ostfrieslands.

Die Landwirtschaft hat einen besonderen Stellenwert in der ostfriesischen Geschichte. Sie formte das Land, prägte die Wirtschaft und beeinflußte die sozialen Strukturen. Anstrengungen und Versuche der Eindeichung, des Sielbaus, der Entwässerung oder der Moorkultivierung zielten auf die Gewinnung zusätzlicher Landstriche ab; Land für Viehhaltung und Landwirtschaft, Land als Nahrungsgrundlage, Land als Erwerbsgrundlage. Die Erfolge dieser Bemühungen und ihr Einfluß auf das Land zeigen sich auch heute noch eindrucksvoll in der ostfriesischen Kulturlandschaft. Unser Ziel ist es diese Sonderstellung und Bedeutung für die kommenden Generationen durch authentische Objekte, Inhalte und Biographien begreifbar und erlebbar zu machen. Darüber hinaus ist uns die Stärkung der regionalen Identität und der Verbundenheit mit der eigenen Geschichte ein besonderes Anliegen.

Das Ostfriesische Landwirtschaftsmuseum Campen versteht sich als Mitglied des Museumsverbundes Ostfriesland als einen Baustein eines dezentralen Regionalmuseums.

Für unsere tägliche Arbeit sind folgende Werte und Verhaltensweisen maßgeblich.

Vergangenheit, Gegenwart & Zukunft

Für unsere Arbeit im Bereich der klassischen musealen Basisaufgaben Sammeln, Bewahren, Erforschen und Vermitteln ist der ICOM Code of Ethics Leitfaden und Wegweiser. Damit möchten wir unsere Vergangenheit auch für die Zukunft erhalten, bewahren und sichern sowie für die Gegenwart aufbereiten.

Revolution & Alltag

Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf der Darstellung der technischen Entwicklung von der muskelbetriebenen zur vollautomatisierten Landwirtschaft in der Zeit zwischen 1850-1950 – die Revolution in der Landwirtschaft. Durch die Darstellung der Frage nach dem Wandel der Geräte und Maschinen während der Industrialisierung- bzw. Technisierungsphase im späten 19. und im 20. Jahrhundert, ist unserer Sammlung auch überregional von Bedeutung. Ergänzt wird dieser Bereich der Technikgeschichte durch sozialgeschichtliche Elemente zum Alltagsleben in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum. Abgerundet wird der Präsentation der Dauerausstellung durch die Unterbringung in denkmalgeschützten, landwirtschaftlichen Gebäuden.

Lernort & Freizeiteinrichtung

Die Vermittlungsarbeit hat einen besonderen Stellenwert in unserem Haus. Für uns ist das Selbstverständnis als Kultur- und Bildungseinrichtung und außerschulischer Lernort sowie als Freizeiteinrichtung für Kinder und Erwachsene kein Widerspruch, sondern selbstverständlicher Alltag. Wichtig bei der Gestaltung unserer Vermittlungsangebote in der Ausstellung, den museumspädagogischen Programmen oder den Veranstaltungen ist die Kombination beider Grundforderungen: a) Das Museum als lebendiger Lernort und b) Das Museum als Ort für Spaß und Freude, Kreativität und Phantasie.

Die Basis jedes Vermittlungsprogramms wird durch die Inhalte des Museums bestimmt. Darauf aufbauend werden handlungs- und erlebnisorientierte Programme entwickelt, die zum Anfassen, Ausprobieren und Mitmachen anregen sollen.

Aus aktuellem Anlaß nimmt das Thema Ernährungserziehung einen gesonderten Platz in unserer museumspädagogischen Arbeit ein. Familien mit Kindern sind unsere wichtigste Zielgruppe.

Generationsübergreifend & integrativ

Die Inhalte unseres Museums gehören zur neueren und neuesten Geschichte. Die Generation der Urgroßeltern und die Generation der Großeltern können noch aus eigenen Erlebnissen und Erfahrungen von ihrer Kindheit oder ihrem jungen Erwachsenenalter vom Leben in und mit der Landwirtschaft berichten. Dies bietet die Chance für generationsübergreifende und integrative Arbeit. Uns ist es ein Anliegen mit Aktionen und Projekten den Dialog zwischen den Generationen anzuregen und zu unterstützen.

Kooperativ & vernetz

Das Museum arbeitet in einem Netzwerk mit Einrichtungen, Institutionen und Einzelpersonen aus dem Bereich Museum, Kultur, Freizeit, Sozialwesen, Gesellschaft, Politik und Wissenschaft zusammen. Kooperationen ermöglichen uns die Bandbreite unsere Arbeit zu vergrößern und ihre Qualität zu verbessern, darüber hinaus schaffen sie positive Synergie-Effekte.

Kommunikativ & offen

Kommunikation spielt eine wichtige Rolle in unserem Haus. Unsere Öffentlichkeitsarbeit soll informieren, Neugierde wecken, Schwellenängste und Barrieren abbauen und Vorurteile ablösen. Hierbei ist unsere wichtigste Waffe unser Förderverein. Die Mitglieder wirken als wichtige Multiplikatoren und Medien für die, im ländlichen Gebiet Ostfriesland unschätzbare, Mund-zu-Mund-Propaganda.

Der Kontakt zu unseren Besuchern wird bei uns großgeschrieben. Wünsche und Anregungen werden aufgenommen. In regelmäßigen Abständen finden Besucherbefragungen statt, um unsere Arbeit zu kontrollieren und die Zufriedenheit unserer Besucher zu überprüfen.

Freunde & Förderer

Ein Museum braucht gute Freunde. Als kleines Haus freut sich das Ostfriesische Landwirtschaftsmuseum Campen besonders über die zahlreiche, aktive ehrenamtliche Unterstützung durch den Förderverein Museumsfrünnen Campen e.V.. Unser Museum bietet vielschichtige Aufgabenfelder, in die sich jeder nach seinen eigenen Vorlieben und Fähigkeiten einbringen kann. Dank des Fördervereins kann unser Angebot vergrößert und verbessert werden. Außerdem stärkt der Verein den Rückhalt in der Bevölkerung und trägt zur positiven Wahrnehmung des Museums in der Region bei.